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Ehemann nach Feuertod seiner Frau verhaftet – Mönch in Ngaba stirbt nach Selbstverbrennung. Bis heute haben sich 108 Tibeter in Tibet selbst verbrannt

Mönche verbrennen sich ich Tibet als Folge chinesischer Unterdrückung der Religionsausübung

freetibet.org, 18. März 2013 –

Die 30jährige Kunchok Wangmo setzte sich am 13. März auf der Hauptstrasse der Bezirksstadt von Dzoege, TAP Ngaba, in Brand. Die Sicherheitskräfte nahmen ihren Körper sofort mit. Später händigten die Behörden, die ohne die Familie informiert zu haben die Kremierung vornahmen, ihrem Mann, Dolma Kyab, 31, die Asche aus. Sie befahlen Dolma Kyab, er müsse sagen, dass seine Frau sich wegen Familienzwistigkeiten das Leben genommen habe. Da er sich weigerte, eine solche Erklärung abzugeben, wurde er sogleich festgenommen. Er befindet sich immer noch in Haft und die achtjährige Tochter des Ehepaars entbehrt nun der elterlichen Fürsorge.

Infolge der gravierenden Einschränkungen aller Kommunikationskanäle weiss man noch nichts Genaueres über diesen Feuerprotest und die Folgen von Dolma Kyabs Festnahme.

Hierzu kommentierte die Sprecherin von „Free Tibet“ Alistair Currie: „Chinas derzeitige Antwort auf die Selbstverbrennungsproteste ist eine Kombination von Strafmassnahmen gegen ganze Lebensgemeinschaften und einer aggressiven Propaganda mit dem Ziel, diejenigen, die sich verbrannten, herabzusetzen. Die Festnahme eines trauernden Ehemannes, nur weil er sich weigerte, über seine eigene Frau die Unwahrheit zu sagen, ist ein scheussliches und brutales Vorgehen. Free Tibet appelliert an die chinesischen Behörden, Dolma Kyab sofort auf freien Fuss zu setzen“.

Genau fünf Jahre, nachdem die chinesischen Sicherheitskräfte 13 Demonstranten durch Schüsse in eine unbewaffnete Menge in Ngaba töteten, zündete sich Lobsang Thokmey, 28, am Nachmittag des 16. März vor der Tür seines Zimmers im Kloster Kirti an und rannte auf das Tor zu, wo er zu Boden fiel. Er ist der dritte Mönch dieses Klosters, der am Jahrestag des Massakers den Feuertod starb.

Lobsang Thokmey wurde von anderen Mönchen und Tibetern ins Krankenhaus gebracht, wo er bald starb. Augenzeugen zufolge ist die Präsenz der Sicherheitskräfte in dem Krankenhaus, die seinen Körper gewaltsam vom Ort des Geschehens entfernten, „gewaltig“.

Ngaba und das örtliche Kloster Kirti sind ein Zentrum des Widerstands gegen die chinesische Herrschaft und der Schauplatz zahlreicher Demonstrationen. Am 16. März 2008 feuerten Sicherheitskräfte in eine Menge von Hunderten von Demonstranten, 13 bestätigte Todesfälle waren die Folge, darunter auch ein 16jähriges Mädchen, Lhundup Tso. Im März 2011, am Jahrestag dieses Massakers, setzte sich der Mönch Phuntsok aus dem Kloster Kirti in Brand. Über einhundert Tibeter haben sich seither im Feuer geopfert, wobei Phuntsoks Protest weithin als der Auslöser der Welle der Selbstverbrennungen gesehen wird.

Hierzu die Sprecherin von Free Tibet: „Die Ursache für die Selbstverbrennungen in Tibet sind die Repression der Chinesen, und der Mord an unbewaffneten Tibetern 2008 in Ngaba ist ein schreckliches Kapitel in der jüngeren Geschichte des tibetischen Widerstandes. Lobsang Thokmey ist der dritte Mönch, der in tragischer Weise an dieses Ereignis erinnert, indem er sich selbst den Flammen überantwortete. Die Proteste werden weitergehen, solange China den Tibetern die Freiheit verweigert.

China sollte anerkennen, dass staatliche Gewaltausübung nur noch weitere Proteste nach sich zieht. Wenn Xi Jinping nun sein Präsidentenamt antritt, muss er den Menschenrechtsverletzungen in Tibet ein Ende setzen und dem tibetischen Volk das Recht der Selbstbestimmung gewähren“.
108 Tibeter haben sich seit 2009 in Tibet selbst verbrannt, ausserdem zündete sich eine Tibeterin in Peking an.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München

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