Allgemein Tibet

Tibeter im Zusammenhang mit der Selbstverbrennung von Tsewang Norbu bestraft

phayul.com, 17. September 2013 –
Der 41jährige Rinchen Dargye aus dem Bezirk Tawu (chin. Daofu) in der TAP Kardze (Ganzi), Provinz Sichuan, wurde am 10. September „heimlich festgenommen und weggeschafft“, weil er die Polizei daran gehindert hatte, den Körper eines tibetischen Feueropfers an sich zu nehmen, berichtete der in Indien lebende Tawu Tenzin.

„Er stand auf der Fahndungsliste, weil er die Behörden an ihrer Arbeit gehindert und protestiert hatte, als diese versuchten, sich des Körpers von Tsewang Norbu, eines Mönches aus dem Kloster Tawu Nyitso, der am 15. August 2011 bei einem Selbstverbrennungsprotest starb, zu bemächtigen“, sagte Tenzin, Kontakte in der Gegend zitierend.
Dargye, Vater dreier Kinder, der im Dorf Lopa wohnt, wird auch beschuldigt, die Überreste des Toten mitgenommen zu haben, um für die Durchführung der notwendigen Rituale und Gebete zu sorgen.

Ein weiterer in Indien lebender Tibeter bestätigte Dargyes Festnahme und fügte hinzu, die Polizei habe ihn auf seinem Weg zur Stadt Tawu gestellt. „Sein gegenwärtiger Zustand und sein Aufenthaltsort sind unbekannt“, sagte Yama Gonpo.

„Er ist der Vater zweier Söhne und einer kleinen Tochter. Er ist auch als Yara bekannt und ihm wird vorgeworfen, sich den Behörden widersetzt zu haben, als diese 2011 Tsewang Norbus toten Körper in Besitz nehmen wollten“.

Tsewang Norbu, 29, zündete sich am 15. August 2011 in der Nähe einer Brücke vor der Bezirksverwaltung von Tawu an. „Zuerst rief er Slogans mit der Forderung nach Freiheit für Tibet und der Rückkehr des Dalai Lama und verteilte Flugblätter, auf denen er Menschenrechte für Tibet forderte“, verlautet aus einer Quelle.

Dann übergoss er sich mit Kerosin, setzte sich in Brand und rief noch etwa 15 Minuten lang Slogans, ehe er starb.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.