Allgemein

Tibet-Information der GSTF vom 11. April 2014

Behörden verbieten Gebetsmühlen wegen „politischer Implikationen“ –

Die lokalen Behörden im Bezirk Matoe, in der Region Golog im Nordosten Tibets, haben angeordnet, dass in einem Spital angebrachte Gebetsmühlen zu entfernen und zu zerstören sind. Die Zentrale Klinik für Herzkrankheiten in der Ortschaft Dzora hatte im Jahre 2010 insgesamt 24 Gebetsmühlen errichtet. Diese waren mittels Spenden der Patienten finanziert worden. Sie enthielten Texte mit Mantras des Medizin-Buddhas, die nach traditionellem Glauben die Genesung der Patienten fördern sollen.

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Kürzlich trafen Funktionäre in der Klinik ein und ordneten an, dass alle Gebetsmühlen sofort zu entfernen und zu zerstören seien. Sie begründeten die Anordnung mit „politischen Implikationen“ der Gebetsmühlen und drohten mit Strafen, wenn man der Anordnung nicht sofort nachkomme.

Die Klinik in Dzora ist die grösste in der Region und praktiziert sowohl traditionelle als auch moderne Medizin.

… und planen Minenarbeiten an einem heiligen Berg

Die lokalen Behörden im Bezirk Matoe wollen auch Minenarbeiten an dem für Tibeter heiligen Berg Rishor beginnen. Nach tibetischem Glauben sind in diesem Berg antike Waffen und Rüstungen verborgen und dürfen nicht angetastet werden.

Die Minenarbeiten, die laut Plänen der Behörden von Firmen „ausserhalb Tibets“ begonnen werden sollen, waren schon seit einiger Zeit in der Diskussion, trafen aber auf Widerstand unter der lokalen Bevölkerung. Die Tibeter befürchten, dass bei einer kürzlichen Sitzung von Funktionären beschlossen wurde, sich über ihre Bedenken hinwegzusetzen.

Konflikte um den Abbau von Bodenschätzen, der oft an für Tibeter heiligen Orten stattfindet und nach ihren Angaben zu massiven Umweltschäden führt, sind häufige Konfliktquellen. Erst am 2. April hatten mehrere hundert Tibeter in der Nachbarprovinz Gansu gegen die Konfiszierung ihres Weidelandes protestiert, um einer Goldmine Platz zu machen. Die Tibeter führten zwei Wochen nach dem Beschluss zur Konfiszierung im Bezirk Sangchu in Gansu einen Protestzug durch, bei dem sie auch Banner mit Parolen trugen. Der Protestmarsch rief sofort die Polizei auf den Plan; es ist nicht bekannt, ob es zu Verhaftungen oder zu Gewalt kam.

Tibeter wegen Austausch von Mitteilungen auf Mobiltelefonen verhaftet

Im Bezirk Sog sind in diesem Monat zweimal jeweils zwei Tibeter verhaftet worden, weil sie Fotos und Mitteilungen mit politischem Inhalt mittels einer Messaging-App auf ihren Mobiltelefonen austauschten.

Der Bezirk steht seit einem Vorfall im März unter besonders scharfer Kontrolle. Unbekannte „Schurken“, wie sie in offiziellen Verlautbarungen genannt wurden, hatten die Parole „Tibet ist unabhängig“ auf eine Brücke gemalt. Seitdem werden alle Bewegungen der Bevölkerung und auch die Kommunikationsmittel streng überwacht. Der Informant von Phayul gab allerdings nicht an, wie die Polizei genau den Austausch von den politischen Mitteilungen auf den Mobiltelefonen der Verhafteten ermittelte.

Quellen: Radio Free Asia RFA; Phayul

Zusammengestellt für die GSTF von  Dr. Uwe Meya

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