Allgemein

Tibet-Information der GSTF vom 18. Juli 2014

Junger Mönch erhängt sich aus Protest

Am 9. Juli hat sich der 24-jährige Mönch Thabke aus dem Kloster Labrang im Nordosten Tibets erhängt. Er wurde an einem Baum unmittelbar ausserhalb des Klosters gefunden. Thabke hatte laut Informanten von Phayul vorher engen Freunden anvertraut, dass er sich aus Protest gegen die Restriktionen im Klosteralltag das Leben nehmen wolle.

Besonders habe er die Obergrenze von 999 Mönchen kritisiert, die von China in dem 1709 gegründeten Kloster verhängt wurde. Die Zahl der Mönche betrug vor der chinesischen Besetzung bis zu 4000. Thabke erwähnte Freunden gegenüber auch, dass er darunter leide, dass die Behörden in das buddhistische Curriculum eingriffen und selbst das Aufstellen von Fotos verehrter Lehrer verbieten.
Protest gegen Kupfermine gewaltsam beendet

Wiederum protestierten Tibeter gegen den Abbau von Bodenschätzen, und auch dieser Protest wurde von Sicherheitskräften gewaltsam beendet. Eine Gruppe von tibetischen Frauen hatte sich am 30. Juni in der Präfektur Dechen eingefunden, um gegen eine Kupfermine zu protestieren, die ihrer Meinung nach mit gefälschten Bewilligungen arbeitet.

Sie warfen dem Betreiber, der chinesischen Firma Huicheng, vor, die Landschaft zu verwüsten und grosse Mengen Abraum direkt an ihrem Dorf aufzuschichten. Ausserdem würden die Arbeiten den ihnen heiligen Berg Ganglha berühren. Nachdem wiederholte Appelle an die Behörden erfolglos geblieben waren, protestierten die Frauen direkt auf dem Gelände der Mine. Herbeigerufene Sicherheitskräfte beendeten den Protest mit Schlägen, wobei zwei Frauen nach Angaben von Informanten erheblich verletzt wurden.

Mehrere Männer, die sich später dem Protest anschlossen, wurden verhaftet. Die Sicherheitskräfte hätten den Protestierenden gesagt, sie hätten Order, nötigenfalls auch tödliche Schüsse abzugeben. Unterdessen hat Huicheng bekräftigt, trotz der Proteste alle Arbeiten weiterzuführen. Nachdem weitere Kupfervorkommen in der Region entdeckt wurden, sind bereits Strassen zur Erschliessung im Bau.
Polizei verprügelt Tibeter an Kontrollpunkt

Mehrere Tibeter wurden an einem Kontrollpunkt im Bezirk Dzoege im Osten Tibets von Polizisten verprügelt. Der Konflikt entzündete sich, als einem Lastwagenfahrer, der Baumaterial für eine Klosterrenovation geladen hatte, am Kontrollpunkt die Weiterfahrt verweigert wurde. Er wurde auch nicht durchgelassen, nachdem er gültige Passierscheine zeigte. Darauf wollten ihm zwei Dorfvorsteher eines nahe gelegenen Dorfes und weitere Tibeter helfen und bestanden gegenüber der Polizei auf seinem Recht zur Durchfahrt.

Plötzlich seien weitere Polizisten erschienen, die auf die Tibeter einschlugen. Mehrere Tibeter wurden so schwer verletzt, dass sie in ein Spital eingewiesen wurden. Einer der beiden Dorfvorsteher, ein 65-jähriger Mann, wurde so schwer verletzt, dass er in das Spital der Provinzhauptstadt von Sichuan, Chengdu, gebracht werden musste.

 

Quellen: Phayul, Radio Free Asia RFA

Zusammengestellt für die GSTF von Dr. Uwe Meya

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