Allgemein

Tibet -Info der GSTF vom 31. Oktober 2014

China stoppt Arbeiten in Diamantenmine in Dzatoe

Im Bezirk Dzatoe in der Präfektur Yulshul wurden auf Anordnung der Zentralregierung alle Minenarbeiten gestoppt.

Dort wurde im August 2013 ein friedlicher Protest von Tibetern von paramilitärischen Kräften gewaltsam beendet. Mehrere Hundert Tibeter hatten sich am Ort der Mine versammelt, nachdem chinesische Arbeiter angerückt waren, um mit den Abbauarbeiten zu beginnen. Die Angehörigen der Bewaffneten Volkspolizei (PAP) warfen Tränengas in die Gruppe der protestierenden Tibeter und traktieren sie mit Schlägen, angeblich auch mit Tasern . Acht Tibeter wurden verhaftet, mehrere verletzt.

Der Bezirk Dzatoe liegt in dem sogenannten San Jiang Yuan Three Rivers Headwaters Nature Reserve (SNNR), das im Jahre 2000 eingerichtet wurde, um die Region um die Quellen der drei grossen Ströme Mekong, Yangtse und Gelber Fluss zu schützen. Nun wurden auf Anordnung der Behörden an Strassen Steinpfosten eingesetzt, deren Inschrift das ganze Gebiet zur Naturschutzzone erklärt. Auch die acht verhafteten Tibeter sind wieder in Freiheit. Die Entscheidung fiel offenbar, nachdem über die Proteste und die Minenarbeiten in dieser Region in mehreren internationalen Medien berichtet worden war. Die Protestierenden hatten seinerzeit die Korruption unter den lokalen Behörden angeprangert. Auch stellten sich die offiziellen Genehmigungen zur Aufnahme der Arbeiten als Fälschungen heraus; es hatte sich lediglich um Genehmigungen zur geologischen Erkundung gehandelt.

 

Nepal stellt keine Flüchtlingspapiere mehr für Tibeter aus

Die nepalesische Regierung hat beschlossen, ankommenden Flüchtlingen aus Tibet keine Flüchtlingspapiere mehr auszustellen. Ein Sprecher der Nationalen Flüchtlingskommission erklärte: „Wenn wir sie weiter [als Flüchtlinge; UM] anerkennen, sehen wir uns bald einer neuen Welle von Immigranten ausgesetzt. Wir haben keinen Platz mehr.“ Asia News zitiert eine Quelle aus Regierungskreisen, die von starkem Druck aus China berichtet. Aus chinesischer Sicht können Tibeter in Nepal nicht als Flüchtlinge anerkannt werden, weil es in Tibet weder religiöse noch ethnische Diskriminierung gebe.

Die Zahl der tibetischen Flüchtlinge ist seit 2008 von etwa 2‘000 jährlich auf 200 im Jahre 2013 zurückgegangen. Auch ohne Identitätsdokumente ermöglicht ein „Gentlemen’s Agreement“ zwischen UNHCR und Nepal den Flüchtlingen einen Transit nach Indien. In der Praxis wird dieses aber immer wieder ignoriert, und Grenzkräfte schieben Flüchtlinge – manchmal gegen eine „Belohnung“ von chinesischen Grenzwachen – zurück nach Tibet ab, wo sie Haft und Misshandlungen erwarten.

Überwachungskameras in Gebetsmühlen

Ein Journalist der irischen Fernsehgesellschaft RTÉ berichtet von seinem sorgfältig orchestrierten Besuch in Lhasa auf Einladung der Regierung. Er konnte nur solche Tibeter interviewen, die die Sicht der Regierung wiedergaben. In seinem Bericht schliesst er: „Ein wahres Bild, wie das Leben hier ist, blieb für mich ausserhalb der Reichweite“. Die Fernsehaufnahmen zeigen nicht nur in Lhasa postierte Sicherheitskräfte, sondern auch eine als Gebetsmühle getarnte Überwachungskamera. Ein Foto von ihr und der Filmbericht (ca. 3 Minuten) sind hier zu sehen.

Quellen: Phayul; Asia News; International Campaign for Tibet

Zusammengestellt und redigiert für die GSTF von Dr. Uwe Meya

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