Allgemein

Tibet-Information der GSTF vom 8. Juli 2015

Nepal erlaubt überraschend Geburtstagsfeier für Dalai Lama

Die Behörden in Kathmandu haben der grossen Tibeter-Gemeinschaft in Nepal überraschend die Erlaubnis erteilt, eine Geburtstagsfeier anlässlich des 80. Geburtstages auszurichten (Phayul). Die Feier fand am 6. Juli auf dem Sportplatz der Namgyal-Schule statt und zog tausende Tibeter an.

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Die Zahl der in Nepal lebenden Tibeter wird auf ca. 20‘000 geschätzt. Der Schritt der Behörden kam völlig überraschend, da China einen grossen Einfluss auf die nepalische Politik ausübt. Aufgrund von Interventionen seitens der chinesischen Regierung waren öffentliche Feiern für den Dalai Lama und auch das Begehen des tibetischen Neujahrsfestes in der Vergangenheit verboten worden.

Früherer Chef der Staatssicherheit in Tibet unter Korruptionsverdacht

Wie die unabhängige Tageszeitung South China Morning Post aus Hongkong meldet, wurde der frühere Spitzenfunktionär Le Dake unter Korruptionsverdacht gestellt. Die Chinesische Zentralkommission für Disziplin CCDI gab nur an, dass Le Dake unter Verdacht steht, spezifizierte aber die Vorwürfe nicht weiter.

Le Dake war von 2004 bis Januar 2013 Leiter des Büros für Staatssicherheit in Tibet, vorher war er Stellvertrender Leiter der gleichen Behörde in seiner Heimatprovinz Jiangxi. Er ist der erste hochrangige Funktionär in Tibet, gegen den Rahmen der landesweiten Anti-Korruptionskampagne untersucht wird. Es ist unklar, ob sich die Korruptionsvorwürfe auf seine Amtszeit in Tibet beziehen.

Der Parteivorsitzende Xi Jinping hatte angekündigt, nicht nur die „Fliegen“, niederrangige Personen, sondern auch hochrangige Funktionäre, „Tiger“, bei Korruption zu belangen.

Tibetischer Umweltaktivist ertrinkt

KawaNyingchakDer tibetische Umweltaktivist und Buchautor Kawa Nyingchak ist bei dem Versuch ums Leben gekommen, Fischernetze von illegalen Fischern aus dem Wasser zu ziehen (Radio Free Asia, 29. Juni 2015). Kawa Nyingchak, der auch durch seine Kinderbücher in Tibet bekannt ist, hatte sich zwei Tage vorher bei der Polizei beklagt, dass Chinesen illegal im Qinghai-See (Koko-nor) fischen. Dort wurde ihm aber nur beschieden, dass der Polizei nichts über illegales Fischen bekannt sei.

Darauf machte er sich mit einigen Freunden auf den Weg zum Ufer und begann, Fischernetze aus dem Wasser zu ziehen, um seine Vorwürfe zu beweisen. Dabei ergab sich eine Auseinandersetzung mit den chinesischen Fischern. Als Kawa Nyingchak einige Schritte in den See ging, um ein Fischernetz zu leeren, sei er im Wasser versunken. Weil niemand schwimmen konnte, ertrank er, bevor es anderen gelang, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Der Bericht von Informanten von Radio Free Asia lässt es offen, ob es sich um einen Unfall handelte oder ob er durch äussere Einwirkung infolge der Auseinandersetzung ertrank.

In den letzten Jahren hatten sich die Vorwürfe von lokalen Tibetern gehäuft, dass im Qinghai-See illegal gefischt werde, so dass schliesslich von den Anwohnern Beobachtungsposten errichtet wurden. Kawa Nyingchak, der an der Universität für Nationalitäten in Lanzhou, Provinz Gansu, studiert hatte, gehörte zu dieser lokalen Gruppe von Umweltaktivisten. Ausser einem Kinderbuch hatte er auch ein Lehrbuch der tibetischen Sprache und Gedichte verfasst.

Zusammengestellt und redigiert für die GSTF von Dr. Uwe Meya

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