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Tibeteranlass im Kino Lichtspiele in Olten

Bereits zum vierten Mal in Folge führte das Kino Lichtspiele in Olten zusammen mit der GSTF Sektion Mittelland am 16. Februar 2017 einen Tibeter Anlass durch. Das Thema des Anlasses war der Aufbau der Tibeter Flüchtlingshilfe in den 1960er Jahren in Nepal durch den Schweizer Geologen Toni Hagen. Als Referentin konnte Frau Dr. med. Katrin Hagen gewonnen werden.

Vor dem Dokumentarfilm erzählte Katrin Hagen von ihrem Vater Toni Hagen und ihrem eigenen Projekt, den „Medical Camps“, wo sie zusammen mit nepalesischen Chirurgen in abgelegenen Tälern Nepals unter schwierigsten Bedingungen Handoperationen durchführt. Es war erschütternd zu sehen, welch schwere Verletzungen insbesondere Kinder vielfach durch Feuer erlitten hatten und unter welch prekären hygienischen Verhältnissen das Chirurgenteam versuchte ihre Situation zu verbessern.

Der Dokumentarfilm, von Toni Hagen in den Jahren 1960 – 1974 gedreht und kommentiert, zeigte den Aufbau der Flüchtlingshilfe für Tibeter in Nepal nach der blutigen Niederschlagung des Volksaufstandes im Tibet durch die Volksrepublik China. Nach dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» wurden die Flüchtlinge in handwerklichen Fertigkeiten ausgebildet. Nachdem der Bundesrat der Aufnahme von 1’000 Tibetern zugestimmt hatte, kamen 1963 die ersten Flüchtlinge in die Schweiz. Auch Liebhaber der eindrücklichen Bergwelt des Himalaya kamen auf ihre Rechnung.

Nach der abschliessenden Fragerunde genossen sehr viele Besucher tibetische Teigtaschen „Momos“, die vom Oltner Restaurant „Little Tibet“ vor Ort sehr schmackhaft zubereitet wurden. Dabei wurde auch rege zwischen den Besuchern diskutiert. Am Stand der GSTF Sektion Mittelland erfreuten tibetische Artikel sowie Karten und Kalender, die Katrin Hagen gespendet hatte, grosses Interesse.

Der Anlass wurde von über einhundert Personen besucht. Vom Erlös aus Eintritt und persönlichen Spenden konnte der Betrag von CHF 1’250.00 an das GSTF Projekt „Lamtön“ überwiesen werden. Der Erlös aus dem Essen geht an ein Sozialprojekt des Restaurant „Little Tibet“ in Indien.

Biographien:

Dr. Toni Hagen (1917 – 2003) kam als junger Schweizer Geologe erstmals 1950 als Mitglied einer von der Schweiz finanzierten Mission für Entwicklungshilfe nach Nepal. Als Regierungsgeologe und Gast des Königs konnte er sich als erster Ausländer frei im Land bewegen. Auf seinen Expeditionen legte er in den neun Jahren mehr als 14’000 km zu Fuss zurück.

1959 nach der gewaltsamen Unterwerfung Tibets durch die Volksrepublik China machte er seinen Einfluss beim König geltend, um die Aufnahme zehntausender tibetischer Flüchtlinge zu ermöglichen. Als Chefdelegierter des IKRK war er für deren Ansiedlung in Nepal und anderen Ländern zuständig und gewann dadurch das Vertrauen Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama. In der Schweiz setzte er sich stark für die Aufnahme tibetischer Flüchtlinge ein.

Neben vielen anderen Auszeichnungen verlieh ihm die Universität Basel 1980 den Dr.med.h.c und 1984 erhielt er für sein Engagement die höchste Auszeichnung der «Royal Nepal Academy».

Dr. Katrin Hagen (*1948) praktiziert als Handchirurgin in St. Moritz, Chur und Samedan. Von 1952 – 1954 lebte sie mit ihren Eltern und Geschwistern in Nepal. Von ihrem Vater Toni Hagen erbte sie den Abenteuergeist und die Liebe zu Nepal. Seit 1992 ist sie regelmässig als Handchirurgin in verschiedenen Spitälern Kathmandus und in den orthopädischen «Medical Camps» tätig. Sie ist Präsidentin der Toni Hagen Stiftungen Schweiz und Nepal sowie der «Med-Solutions Foundation St. Moritz» zur Finanzierung der «Medical Camps».

Für ihr Engagement wurde sie mit dem «SwissAward 2016» in der Kategorie «Gesellschaft» ausgezeichnet.

Links:

www.lichtspiele-olten.ch
www.tonihagen-stiftung.ch
www.med-solutions.ch
www.littletibet-olten.ch

Martin Schmid, Kino Lichtspiele Olten

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