China Focus

Über 100 Menschen in Kham (Sichuan) verschüttet

Das Unheil kam frühmorgens: Im Südwesten des Landes hat ein Erdrutsch mehrere Todesopfer gefordert. Viele werden noch vermisst.

 

Bei einem massiven Erdrutsch sind in Südwestchina über hundert Dorfbewohner verschüttet worden. Präsident Xi Jinping rief die Rettungsmannschaften zu grössten Anstrengungen auf, um noch Überlebende zu finden. Derzeit ist von 15 Toten und noch 118 Vermissten die Rede.

Das Unglück passierte am frühen Samstagmorgen um 6 Uhr im Kreis Mao in der Provinz Sichuan, wie das staatliche chinesische Fernsehen berichtete. Es bot sich ein Bild der Zerstörung: Über hunderte Meter waren nur noch Geröllmassen und Felsen zu sehen.

Hunderte von Helfern waren bei den Rettungsarbeiten im Einsatz. Der Erdrutsch sei durch heftige Regenfälle ausgelöst worden, berichtete das Parteiorgan «Volkszeitung».

Auf Bildern von der Unglücksstelle war zu sehen, wie Rettungstrupps in den Erdmassen nach Vermissten suchten. Auch waren bereits Schaufellader im Einsatz. Ob Chancen bestanden, noch jemanden lebend zu finden, war unklar. Die «Volkszeitung» berichtete allerdings, dass an einer Stelle noch ein Lebenszeichen gehört worden sein soll. Mit Seilen versuchten dort Dutzende Helfer, einen grossen Felsbrocken beiseite zu ziehen, um sich in dem Geröll weiter vorzuarbeiten.

Die Erdmassen hätten sich von einem hohen Berghang gelöst. Auch sei ein Fluss über zwei Kilometer zugeschüttet worden, berichtete die Staatsagentur. In Videoaufnahmen war zu sehen, wie sich das Wasser einen neuen Weg durch das Felsgeröll bahnte.

Auch andere Regionen betroffen

Seit Wochen gehen in China bereits heftige sommerliche Regenfälle nieder, die jedes Jahr schwere Überschwemmungen und häufig auch Erdrutsche auslösen. Das Unglück passierte in einer hügeligen Gegend von Sichuan, die besonders von den Minderheiten der Tibeter und der Qiang bewohnt wird.

In der Provinz wurden mehrere andere Erdrutsche auch aus dem Kreis Puge gemeldet, wo zwei Dorfbewohner ums Leben kamen und vier verletzt wurden. Schwere Niederschläge gingen auch in den zentralchinesischen Provinzen Hunan und Hubei nieder, die schwere Überflutungen meldeten. Mindestens 390’000 Menschen seien betroffen, berichtete Xinhua. Mindestens zwei Menschen seien in Hunan ums Leben gekommen. Auch hier sei das Risiko von Erdrutschen gestiegen, warnten die Behörden.

 

Tagesanzeiger, 24. Juni 2017

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