Focus GSTF

Ein Mandala ensteht

Begegnung mit dem Ehrw. 12. Zurmang Gharwang Rinpoche und dem tibetischen Buddhismus

 

Pressebericht: Luzerner Zeitung, 10.8.2017, Benno Bühlmann

In Luzern entsteht und entschwindet ein Mandala

Ein seltenes Ereignis findet in diesen Tagen in Luzern statt: Der buddhistische Mönch Tsewang Nyima malt ein farbiges Sandmandala in den Räumlichkeiten des Flüchtlingstreffs «Hello Welcome» – begleitet von einem hohen tibetischen Geistlichen, Gharwang Rinpoche.

Mitorganisiert hat dies die in Kriens wohnhafte Tibeterin Ta­shi Sangsangtsang. Seit zwölf Jahren lebt sie in der Schweiz, fühlt sich mit der tibetischen Kultur aber immer noch eng verbunden. Deshalb engagiert sie sich auch in der Luzerner Sektion der Tibetergemeinschaft in der Schweiz. Sie freut sich auf den Besuch von Gharwang Rinpoche, denn es handle sich um einen der wichtigsten Vertreter des tibetischen Buddhismus, der weltweit tibetisch-buddhistische Meditationspraxis lehre und sich in diversen Sozialprojekten engagiere.

Das Eröffnungsritual findet morgen Freitag um 10 Uhr statt. In den darauffolgenden Tagen entsteht ein kunstvolles Mandala aus farbigem Sand. Das Ritual steht nicht nur Buddhisten aus Tibet offen, sondern auch der hiesigen Bevölkerung, die den Entstehungsprozess vor Ort mitverfolgen kann (siehe Hinweis). «Wer sich Zeit nimmt und dem buddhistischen Mönch beim Malen des Mandalas zuschaut, wird etwas ganz und gar nicht Alltägliches erleben können», sagt Gabriela Hofer, Leiterin der Zentralschweizer Sektion der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetischer Freundschaft (GSTF).

Mandala wird in die Reuss geschüttet

Sandmandalas haben im tibetischen Buddhismus eine uralte Tradition und werden auf rituelle Weise hergestellt. «In den tibetischen Mandalas, wie wir sie heute kennen, ist das Quadrat in der Mitte von Kreisen oder Ringen umgeben», erklärt Hofer. Um jedes Mandala lodere ein kreisförmiges Feuer, um alle negativen Kräfte vom Inneren fernzuhalten.

Von entscheidender Bedeutung ist bei Sandmandalas das anschliessende Auflösen der in tagelanger Arbeit entstandenen Werke. Eine solche Abschluss­zeremonie ist auch in Luzern vorgesehen – der Sand des Mandalas wird der Reuss übergeben. Mit diesem Ritual soll an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert und das Ideal der Entbindung von der materiellen Welt symbolisch vollzogen werden, so Hofer, die in den vergangenen Jahren immer wieder bei der Entstehung und Auflösung von Sandmandalas dabei war. In Luzern werde der farbige Sand «sorgfältig zusammengewischt und in den Fluss geschüttet, wo sich ein letztes Mandala bildet, wenn der Sand im Wasser konzentrische Kreise bildet».

 

 

Flyer mit Programm:

Ein Mandala entsteht

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