Focus Tibet

China nimmt sieben Tibeter wegen Selbstverbrennungs-Videos in Yushul fest

Wie RFA von Quellen aus der Gegend erfuhr, haben die Behörden im Kreis Tridu (Chenduo) der Präfektur Yushul (Yushu) sieben Tibeter unter der Anklage der Aufnahme und Verbreitung von Videos von Selbstverbrennungsprotesten, die sich vor ein paar Jahren ereigneten, festnehmen lassen.

„Allein in den vergangenen 10 Tagen haben die Chinesen mindestens sieben Personen festgenommen. Gegenwärtig sind sie im Kreis Tridu inhaftiert.“

„Ortsansässigen zufolge ist der Grund für ihre Festnahme die Weitergabe neuerer Videos, darunter solcher, die sie vor zwei Jahren herstellten. Sie zeigen die schrecklichen Qualen jener Tibeter, die sich selbst verbrannten und sie wurden über WeChat verbreitet“, verlautet aus der Quelle. „Obwohl sie nicht so weite Verbreitung fanden, zeigen die Videos die Qualen der tibetischen Märtyrer, die sich vor mehreren Jahren verbrannten.

„Wegen der scharfen Überwachung der Internet-Nutzung und von WeChat ist es schwierig, bei Angehörigen und Freunden etwas über den Zustand jener von den Behörden festgehaltenen Tibeter in Erfahrung zu bringen“.

Einer von RFA aus einer anderen Quelle erhaltenen schriftlichen Liste zufolge handelt es sich bei den Festgenommenen um Tashi Damdul, Kalsang Gyaltso, Tsering Choephel, Tenzin Namgyal, Choephel und Tsering Norbu aus dem Dorf Khanra im Kreis Tridu. Der siebte Inhaftierte Tsegyam ist aus dem Dorf Kamyi im selben Kreis.

„Die chinesischen Behörden beschuldigten jene Tibeter, durch das Internet mit Personen ausserhalb Tibets zu kommunizieren und klagten sie vieler gesetzwidriger Aktivitäten an“, verlautet aus der ersten Quelle.

„Da die chinesischen Behörden diese Tibeter in einer geheimen Operation festnahmen, konnte das genaue Datum der Festnahme und die Umstände, unter denen sie stattfand, nicht ermittelt werden“, fügte die Quelle hinzu.

Die Festnahmen erfolgten während des 19. Parteikongresses der KPC in Peking, der am 18. Oktober eröffnet wurde und während dessen Durchführung die Kommunikation und auch Reisen schwer eingeschränkt wurden.

Während des Kongresses „gerieten tibetische WeChat Nutzer in grosse Bedrängnis, weil chinesische Agenten in viele Chat-Gruppen unter falschen Namen eindrangen, um die Aktivitäten der Nutzer auszuspionieren“.

„Diese Restriktionen und Überprüfungen waren sehr lästig selbst für einfache, harmlose Chats zwischen Familienmitgliedern und Freunden“, sagte die Quelle.

Es war nicht sofort klar, um welche Selbstverbrennungsproteste es sich in den Videos handelte.

Insgesamt 150 Personen haben sich in Tibet und den tibetisch besiedelten Gebieten in Westchina in Brand gesetzt. Bei ihren Protesten forderten sie Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus Indien, wo er seit seiner Flucht aus Tibet während des gescheiterten nationalen Volksaufstandes von 1959 lebt.

Radio Free Asia, www.rfa.org, 23. Oktober 2017
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer

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