Allgemein Politik

„Europe stands with Tibet “ – Demonstration am 10. März in Genf zum 59. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes

MEDIENMITTEILUNG

Genf, 8. März 2018

Tibeter und ihre Unterstützer richten angesichts der Menschenrechtssituation in Tibet einen dringenden Appell zum Handeln an den UN-Hochkommissar für Menschrechte.

Tibeter-Gemeinschaften in Europa, Tibet-Organisationen und ihre Unterstützer richten einen dringenden Aufruf an die UN-Kommission für Menschrechte (UNHCR) und demonstrieren im Gedenken an den 59. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes vom 10. März 1959 gegen die illegale Besetzung Tibets durch die chinesische Armee, einem der dunkelsten Tage in der Geschichte Tibets.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass sich die Menschenrechtslage in Tibet vor allem nach den Protesten im Jahr 2008 signifikant verschlechtert hat. Angesichts der systematischen Unterdrückung und Verletzung der universellen Grundrechte des tibetischen Volkes durch China hat das Freedom House in seinem Bericht von 2017 Tibet als die unfreieste Region der Welt nach Syrien eingeordnet.

Die Religions- und Glaubensfreiheit wird durch eine Kombination von Gesetzen, Methoden und Praktiken massiv eingeschränkt. Massnahmen zur Kontrolle und Ausbeutung des Systems der Wiedergeburten, sowie zur Diskreditierung und Delegitimierung der Person und Position des Dalai Lama wurden intensiviert. Im Jahr 2016 wurde durch die Regierung der Volksrepublik China der umfassende Teilabriss der 20‘000 Gläubige zählenden buddhistischen Gemeinschaft von Larung Gar vorgenommen. Heute ist die traditionelle religiöse Erziehung durch Klöster, die einen integralen Bestandteil des tibetischen Buddhismus darstellt, verboten. Stattdessen werden Mönche und Nonnen Kampagnen wie der „patriotischen Erziehung“ unterworfen, die den fundamentalen Grundsätzen des tibetischen Buddhismus widerspricht.

Seit 2009 haben sich 151 Tibeter in Brand gesetzt, und 129 von ihnen starben kurz darauf. Alle diejeinigen, die sich selbst verbrannten, riefen dabei nach Freiheit für Tibet und Rückkehr des Dalai Lama. Anstatt sich aber mit den zugrunde liegenden Missständen in Tibet auseinander zu setzen, reagieren die chinesischen Behörden mit noch repressiveren Massnahmen, so mit verstärkten Restriktionen in den von Tibetern bewohnten Regionen, der Denunzierung von Selbstverbrennungen als „terroristischen Akten“, und mit Kriminalisierung der Ehepartner, Freunde und Verwandten von Selbstverbrennungs-Opfern.

Das Recht auf freie Meinungsäusserung wurde weiter massiv eingeschränkt , nämlich durch die Einführung neuer und die verschärfte Durchsetzung exisitierender Gesetze, sowie die Zensur des Internets im Namen der „Terrorismusbekämpfung“. Das Recht auf freie Bewegung wurde durch einschränkende Massnahmen wie dem Verbot von Auslandsreisen, der Beschlagnahme von Reisepässen, und Drohungen und Einschüchterungen gegen Tibeter systematisch verletzt.

Obwohl die VR China das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet hat, bedroht die zunehmende wirtschaftliche Entwicklung das fragile Ökosystem, die Lebensgrundlage und die Ernährungssicherheit von Millionen Tibetern. Zahlreiche Minen zum Rohstoffabbau und Staudämme, die den Betrieb aufnehmen, gefährden den Zugang zu Trinkwasser und sicherer Ernährung auch für Millionen von Menschen, die in angrenzenden Ländern stromabwärts wohnen. Weitere ähnliche Projekte wurden im 13. Fünfjahresplan der VR China angekündigt. Umweltaktivisten werden unter dem Vorwurf politischer Vergehen regelmässig verhaftet.

Die Lage in Tibet ist dramatisch und verlangt sofortige Aufmerksamkeit durch die internationale Gemeinschaft. Daher wenden sich die Organisationen, die die Aktion „Europa steht Tibet zur Seite“ durchführen, an die UNHCR-Mitglieder und fordern sie auf, China zu darauf zu drängen,

  • den Dialog mit Repräsentanten des Dalai Lama ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen;
  • sämtliche repressiven Massnahmen in Tibet, die die Tibeter zu Selbstverbrennungsprotesten treiben, zu beenden;
  • Tibetern den Gebrauch der tibetischen Sprache in Schulen zu erlauben, und den Schülern das Erlernen der tibetischen Sprache zu ermöglichen;
  • ernsthafte und verifizierbare Auskunft über den Aufenthaltsort und das Wohlergehen von Gedhun Choekyi Nyima zu geben; dieser wurde vom Dalai Lama als Inkarnation des Panchen Lama anerkannt und ist seit 1995 mit seiner Familie spurlos verschwunden;
  • UN-Menschenrechtsvertretern und Experten den Besuch von Tibet zu gestatten.

europestandswithtibet.org

Kontakte:

  • Tenzin Nyingbu, Präsident der Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein, 076 429 57 04
  • Thomas Büchli, Präsident der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft, 078 847 09 84

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