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Dalai Lama soll offiziell vom Bundesrat empfangen werden

Mit dem Papst Franziskus und dem Dalai Lama hat die Schweiz in diesen Monaten gleich zwei religiöse Oberhäupter zu Gast. Während drei Mitglieder des Bundesrates Papst Franziskus während seines Aufenthalts trafen, wurde der Dalai Lama in der Schweiz noch nie offiziell empfangen. Gemeinsam mit Tibet-Organisationen fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den Bundesrat dazu auf, Haltung zu zeigen und seine Heiligkeit, den Dalai Lama, endlich offiziell zu empfangen.

Am 21. Juni 2018 stattete Papst Franziskus der Schweiz einen Besuch ab, im September der Dalai Lama. Während mit Bundesrat Ignazio Cassis, Bundespräsident Alain Berset und Bundesrätin Doris Leuthard gleich drei Mitglieder des Bundesrates Papst Franziskus während seines Aufenthalts trafen, wurde der Dalai Lama in der Schweiz noch nie offiziell empfangen.«Der Dalai Lama ist das religiöse Oberhaupt vieler Buddhistinnen und Buddhisten in der Schweiz. Er ist Träger des Friedensnobelpreises und eine weltweit anerkannte spirituelle Persönlichkeit. Es darf nicht sein, dass der Bundesrat aus Angst vor möglichen politischen Interventionen von Seiten Chinas auf einen  formellen Empfang weiterhin verzichtet», sagt Angela Mattli, Kampagnenleiterin Minderheiten und Diskriminierung bei der GfbV und fügt an: «Hinzu kommt, dass der Dalai Lama in anderen Ländern wie Deutschland oder den USA regelmässig offiziell von den Staatsoberhäuptern empfangen wird. Hier darf die Schweiz nicht hinten anstehen.»

Da die europaweit grösste Tibeter-Gemeinschaft in der Schweiz lebt, besucht der Dalai Lama die Schweiz in regelmässigen Abständen. Weil Tibet von der Schweiz völkerrechtlich nicht anerkannt wird, geraten Schweizer Behörden und Politiker bei den Besuchen des geistigen Oberhaupts stets in ein aussenpolitisches Dilemma. So begründete etwa 2013 Bundesrat Didier Burkhalter die Ablehnung eines formellen Empfangs des Dalai Lama mit dem Argument, dass der Bundesrat keine Kontroverse anheizen und die recht häufigen Besuche des Dalai Lama nicht unnötig politisieren wolle.

Zusammen mit Schweizer Tibet-Organisationen lancierte die GfbV im März eine Petition mit der Forderung, den Dalai Lama offiziell zu empfangen und die Grundrechte der Tibeterinnen und Tibeter in der Schweiz zu schützen. Diese wird voraussichtlich im Herbst eingereicht.

Quelle: Gesellschaft für bedrohte Völker

Zur Petition

  1. Faltin Norbu-Madelaine

    Schaut einmal was auch in Südindien passiert. Die Chinesen bauen einen riesengrossen Hafen, sämtliche Resorts nach dem Ligth House werden geschlossen!

  2. Maya Mettler-Rohner

    China erinnert sich heute an seine grosse kulturgeschichtliche Vergangenheit. Drei Kardinaltugenden „Ren“ (Sympathie), „Yi“ (Gerechtigkeit) und „Li“ (Sittlichkeit) gewannen während der grossen Song-Dynastien (960 – 1979 n.Chr.) neue Strahlkraft. Schon der Philosoph Menzius hatte in der chinesischen Antike „eine humane Herrschaft im Sinne eines sozialen Königtums“ als Ziel einer guten Staatsführung gefordert, deren Ziel es sein sollte, Gerechtigkeit und immerwährender Friede für alle anzustreben.
    Wie aber lässt sich die fortgesetzte Verletzung der Menschenrechte des tibetischen Volkes durch die heute so erfolgreiche chinesische Führung mit einem solch edlen Anspruch auf Gerechtigkeit und Sittlichkeit in Übereinstimmung bringen? Neben dem Fokus auf China aber gilt es auch jenen auf das Verhalten der Schweizer Bundesräte zu richten. Dürften wir als Schweizer nicht etwas selbstbewusster auftreten und unser Rechtsempfinden zum Ausdruck bringen, indem der überragenden Persönlichkeit des Dalai Lama auch vonseiten unserer Regierung die ihr gebührende Wertschätzung erwiesen wird und sie den Mut aufbringt, ihn als Staatsgast zu empfangen?

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