Focus Tibet

Mönche unter 15 Jahren müssen Kloster verlassen, Schülern werden während Sommerferien religiöse Aktivitäten verboten

Junge Mönche werden aus dem Kloster Dza Sershul eskortiert (Foto: Radio Free Asia)

Gemäss eines Regierungserlasses müssen aus mehreren Klöstern in der Region Kham im Osten Tibets Mönche unter 15 Jahren wieder austreten und werden zwangsweise in staatliche Schulen gesteckt. Von mehreren Klöstern in Dzachuka werden Wegweisungen von jungen Mönchen gemeldet, darunter am 10. Juli allein 200 im Kloster Dza Sershul. Ein Foto, das RFA zugespielt wurde, zeigt, wie die Mönche aus der Klosteranlage eskortiert werden. Den Klöstern wurde die Schliessung angedroht, sollten sie sich dieser Order widersetzen.

Tibetische Schulkinder (Foto: Phayul)
Tibetische Schulkinder (Foto: Phayul)

 

Ebenso verbot die Lokalregierung in Lhasa allen Schülern, während der demnächst beginnenden Sommerferien religiösen Aktivitäten nachzugehen. In einer Schule in Lhasa mussten die Eltern ein Dokument unterzeichnen, das mit «Richtlinien für die Sommerferien» betitelt ist, ohne dass sie eine Kopie davon erhielten. In dem Dokument werden die Eltern ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie für das Verhalten ihrer Kinder verantwortlich sind. In Tibet gab es zahlreiche private Initiativen, die Kindern während der Sommer- oder Winterpause Unterricht in tibetischer Sprache, Kultur und Religion anboten; allerdings wurden diese Initiativen in den letzten Jahren immer mehr durch Verbote eingeschränkt.

Radio Free Asia (RFA), 10. Juli 2018 / Phayul, 19. Juli 2018 / Dr. Uwe Meya

Bild oben: Junge Mönche werden aus dem Kloster Dza Sershul eskortiert (Foto: Radio Free Asia)

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