Focus Tibet

«Hundert-Tage-Kampagne» gegen «Kräfte der Unterwelt»

Das Dekret im Wortlaut (Foto: Tibet Watch)

Wie schon in der Präfektur Yushu und einer angeblich landesweiten Kampagne gegen die «Verbreitung illegaler Nachrichten»gehen die Behörden jetzt auch im Bezirk Sangchu gegen sogenannte «Kräfte der Unterwelt» vor. Die Kampagne, die am 15. November offiziell begann, soll sich über die folgenden 100 Tage erstrecken und fordert alle Bewohner auf, gegen eine Belohnung «illegale Aktivitäten» zu melden, die von diesen «Kräften» ausgehen. Wie auch in den anderen Kampagnen wird dieser Begriff sehr weit definiert und kann beispielsweise auch Umweltaktivisten oder religiöse Organisationen treffen. Unter anderem werden folgende Aktivitäten als «illegal» bezeichnet:

  • «Unterminieren der politischen Stabilität» durch heimliche Übermittlung von Informationen an eine «illegale Organisation» im Ausland
  • «Initiieren von Protesten wegen Streitigkeiten über Ländereien oder wegen krimineller Akte»
  • Senden von Nachrichten, die «die Stabilität und Sicherheit in Tibet» beeinträchtigen, oder Verbreiten von «Gerüchten, die Partei, Staat und Nation schädigen» über soziale Medien
  • Missachten der Grenzen von Weideland und Beeinträchtigung von Viehweiden anderer Personen, oder das Anzetteln von Auseinandersetzungen darüber.

Free Tibet Campaign, 21. Dezember 2018 / Dr. Uwe Meya

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