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Neue Staudammprojekte in Tibet bedrohen die Umwelt

Die International Campaign for Tibet (ICT) warnt vor den ökologischen Schäden durch neue Staudammprojekte in Tibet. In einem ausführlichen Bericht beschreibt ICT die Bedrohungen für die Artenvielfalt, die von geplanten oder im Bau befindlichen Staudämmen und Kraftwerken in einer Region nahe der Grenze zu Myanmar ausgehen, die als „Drei Parallele Ströme“ bezeichnet wird. Hier verlaufen die Flüsse Yangze, Mekong und Salween nur wenige Kilometer voneinander getrennt nahezu parallel nach Südosten. Diese Region gilt mit allein 7‘000 Pflanzenarten als „Biobank“ der Welt und ist seit 2003 als UNESCO-Welterbe geschützt. Mehr noch, ICT schätzt die Zahl der Bewohner, die von Umsiedlungen betroffen sind und keinerlei Recht auf Einsprache haben, auf 158’000 Personen.

Die Baumassnahmen verletzen den UNESCO-Status, jedoch zeigt der ICT-Bericht auf, wie stark die personelle Verflechtung zwischen UNESCO und massgebenden Sponsoren und Organisatoren von internationalen Foren aus China ist. Darum überrascht es nicht, dass sich die UNESCO bisher nicht zu einer klaren Stellungnahme gegen diese Projekte entschliessen konnte. Die Internationale Wasserkonferenz der UNESCO in Paris im Mai wurde von einer chinesischen Organisation bezuschusst, deren Präsident ein Mitglied des Zentralkommitees der KP Chinas ist. Der Weltkongress für Wasserkraft, der direkt nach dieser Konferenz stattfand, wurde von der International Hydropower Association organisiert, in der ein chinesischer Funktionär eine bedeutende Rolle spielt. Liu Chuxue ist in leitender Funktion in der Three Gorges Corporation tätig, die für Korruption, Umweltschäden und die zwangsweise Umsiedlung von 1.2 Millionen Chinesen im Rahmen eines der bisher grössten Staudammprojekte in China verantwortlich ist.

International Campaign for Tibet (ICT), 30. Mai 2019 // Dr. Uwe Meya

Foto: Karte mit drei parallelen Strömen (im Kreis): Shejapan.com

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