Focus Tibet

Weggewiesene Mönche und Nonnen von Yachen Gar werden «umerzogen»

Die in den Monaten Mai und Juni vom buddhistischen Zentrum weggewiesenen etwa 3500 Mönche und Nonnen erhalten nun zwangsweise eine «Umerziehung». Wie Informanten von Radio Free Asia (RFA) berichten, wurden die meisten von ihnen bei Ankunft in ihren Heimatorten zur Polizeistation zitiert und danach in Lagern interniert. Die Wegweisungen hatten vor allem Gläubige betroffen, die von ausserhalb der heutigen chinesischen Provinz Sichuan stammen.

Vor allem Mönche und Nonnen mit Heimat in den Bezirken Jomda und Palbar in der Präfektur Chamdo seien von der Wegweisung und folgenden Zwangsinternierung betroffen. Wegen Überfüllung wurden einige, die in Jamdo interniert werden sollten, in einem weiter entfernt gelegenen Zentrum untergebracht. Dort werden ihnen die Mobiltelefone abgenommen, und sie werden gezwungen, ihre Roben abzulegen und weltliche Kleidung zu tragen. Sie müssen in den Sitzungen den Dalai Lama denunzieren und Parteipropaganda lernen, worüber sie später geprüft werden. Die Dauer der «Umerziehung» ist unklar; Beobachter rechnen mit mehreren Monaten.

Die Behörden wollen die Zahl der in Yachen Gar verbleibenden Mönche und Nonnen auf 4700 limitieren. Das Zentrum beherbergte bis vor Kurzem etwa 10‘000 Studierende.

Radio Free Asia (RFA), 1. Juli 2019 // Dr. Uwe Meya

Bild: Radio Free Asia

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