Focus Tibet

Neue «Sozialversicherungs-Karte» in Tibet verschärft die Kontrolle

In Tibet wird eine neue elektronische Sozialversicherungs-Karte nach dem Motto «Eine Person, eine Karte» eingeführt. Nach dem Start in der Präfektur Nyingchi im vorletzten Jahr seien nun laut offiziellen Medienberichten in der «Autonomen Region Tibet» bereits 2.7 Millionen Karten ausgegeben, und bis Jahresende sollen über ganz Tibet weitere 3 Millionen Karten ausgegeben werden.

Die Karte ermöglicht den Inhabern den schnellen Zugang zu einem breiten Spektrum von Dienstleistungen wie Banktransaktionen, Sozialfürsorge und Krankenversicherung. Alarmierend ist, dass diese Karte mit dem kontroversen «Sozialkredit-System» gekoppelt ist, das derzeit in ganz China eingeführt wird. Hier werden ohne jeglichen Datenschutz alle möglichen Transaktionen wie Käufe, aber auch Nachrichten auf Online-Foren, Bussen und Strafen zentral erfasst. Erwünschtes Verhalten wird mit Punkten belohnt, unerwünschtes Verhalten wie negative Kommentare über Staat und Partei oder nicht autorisierte Auslandskontakte wird mit Abzug bestraft. Absehen von der totalen Kontrolle eröffnet die erzielte Punktzahl zum Beispiel ein breites Spektrum an Reisemöglichkeiten und guten Kreditkonditionen, ein negatives Konto zieht Sanktionen und Einschränkungen nach sich.

Radio Free Asia, 23. August 2019 // Dr. Uwe Meya

Bild: Radio Free Asia

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