Allgemein Focus Tibet

Illegale Kohlegrube geschlossen, Besitzer verhaftet

Im August wurde eine in der Autonomen Tibetischen Präfektur Haixi gelegene Kohlegrube wegen massiver Umweltverschmutzung geschlossen und der Besitzer der Betreiberfirma Xingqing verhaftet. Die Firma operierte im Offentagebau und, wie sich im Laufe der Untersuchungen zeigte, seit 2006 ohne Genehmigung.

Tibetische Nomaden und Umweltgruppen hatten die unhaltbaren Zustände seit Jahren angeprangert, ohne dass Behörden einschritten. Fotos zeigen von Kohlestaub schwarz gefärbte Weiden, Bäche und selbst Schafe. Nomaden hatten über Verluste bei ihren Tierherden geklagt. Die Grube liegt am Rand des Qilian-Gebirgszugs, der die Grenze zwischen den chinesischen Provinzen Xining und Gansu markiert und Quellgebiet des Gelben Flusses ist. Umweltschützer befürchten sogar bleibende Schäden für die Region mit Folgen für den Oberlauf des Gelben Flusses.

Der Firmeninhaber, Ma Shaowei, hatte versucht, mit Bestechungsgeldern nicht nur die lokalen Bewohner zum Schweigen zu bringen, sondern möglicherweise auch lokale Funktionäre. Fünf Funktionäre wurden ihrer Ämter enthoben und Ermittlungen gegen sie gemäss Antikorruptionsgesetzen begonnen. Wie sich im Laufe einer zweijährigen Recherche der Zeitschrift Economic Information Daily zeigte, wurde der Besitzer jeweils kurz vor anstehenden Inspektionen gewarnt und stoppte alle illegalen Tätigkeiten. Lastwagen wurden zu Abraumhalden gefahren, um vorzutäuschen, dass man nicht mehr benötigte offene Gruben zur Wiederherstellung der Landschaft auffüllte. Manchmal seien die illegalen Arbeiten schon am Abend der Abreise der Inspektoren wieder aufgenommen worden. Während der vielen Jahre der nicht genehmigten Arbeiten sei ein Gewinn von umgerechnet etwa 2 Milliarden Dollar angehäuft worden.

Radio Free Asia, 11. August 2020 // Dr. Uwe Meya

Foto: rimleng.com

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