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Studium der «Xi-Jinping-Gedanken» und Parteimitgliedschaft als Voraussetzung für Anstellungen

Um eine Anstellung bei Behörden in Tibet zu erhalten, ist nun für junge Tibeter die Aufnahme in die Kommunistische Partei Voraussetzung. Dafür ist das Studium der «Xi-Jinping-Gedanken für eine neue Ära» nötig. Dabei handelt sich um eine Sammlung von Schriften des Parteivorsitzenden Xi Jinping über die chinesische Politik und die künftige Rolle von China in der Welt. Vor zwei Jahren erhielten diese Schriften einen offiziellen Rang in den Statuten der Kommunistischen Partei.

Laut Radio Free Asia suchen immer mehr junge Tibeterinnen und Tibeter angesichts begrenzter Optionen eine sichere Anstellung im Regierungssektor. Es bleibe ihnen angesichts mangelnder Alternativen auf dem Arbeitsmarkt kaum etwas anderes übrig. Selbst für Lehrer würde nun die Parteimitgliedschaft für eine feste Anstellung verlangt.

Die Buchgeschäfte in Lhasa seien dementsprechend voll mit Schriften von Xi Jinping und anderen Schriften der Partei, die eine einseitige Sicht über Tibet und die angebliche «Befreiung» durch China verbreiteten. Bei seinem Besuch in Tibet im September forderte Xi Jinping in einer Rede «fortgesetzte Anstrengungen von Angehörigen aller ethnischen Gruppen zur Anerkennung des grossen Mutterlandes, der chinesischen Nation und Kultur, der Kommunistischen Partei und des Sozialismus mit chinesischer Prägung… Der Tibetische Buddhismus muss dazu angeleitet werden, sich an die sozialistische Gesellschaft anzupassen und sich im chinesischen Kontext zu entwickeln.»

Radio Free Asia, 28. September 2020 // Dr. Uwe Meya

Foto: Chinesische und tibetische Jugendliche im Xinhua-Bookstore Lhasa (Foto: Xinhua)

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