Focus International

Tibetischstämmiger Polizeioffizier in New York wegen Spionage für China verhaftet

Am 21. September berichtete das New York Police Department von der Verhaftung des 33-jährigen Pema Dhargyal Ngawang unter dem Verdacht der Spionage für China. In der Medienmitteilung und den amerikanischen Medien wird sein Name mit Baimadajie Angwang angegeben, der offenbar nach seiner Einbürgerung im US-Pass eingetragen ist. Ihm wird vorgeworfen, seit 2014 chinesische Staatsangehörige und die tibetische Gemeinschaft im Raum New York ausspioniert zu haben. Dazu soll er versucht haben, weitere Spitzel unter den Tibetern anzuwerben. Auch habe er Angehörigen des chinesischen Konsulats mittels Einladung zu Anlässen Zugang zu hohen Polizeikreisen verschafft. Er wurde angeleitet von einem Konsulatsmitarbeiter der «Chinesischen Vereinigung für den Erhalt und die Entwicklung der Tibetischen Kultur»; diese ist ein Arm der United Front in China welche wiederum unter Aufsicht des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei steht. Ihre Hauptaufgabe ist die Pflege der Beziehungen zu nichtkommunistischen Individuen und Organisationen in China sowie Meinungsbildnern und Interessengruppen im Ausland.

Pema Dhargyal Ngawang sei, so Polizeimitteilung, explizit über seine Ziele gewesen: er hoffte, sein Tun würde «Ruhm über China» bringen. Seinem Verbindungsoffizier im Konsulat, den er «Boss» nannte, sagte er laut Anklage, dass man glücklich sein müsse, mit ihm eine Verbindung in die Polizei hergestellt zu haben.

In der Tibetergemeinschaft in New York erinnert man sich, dass er diese 2019 kontaktierte, angeblich um bei der Vorbereitung zu den tibetischen Neujahrsfeiern (Losar) mitzuhelfen. Dabei sei aufgefallen, dass er nicht gut Tibetisch spreche. Verdacht kam auf, als er am gleichen Tag der Losar-Feiern vor dem chinesischen Konsult gesichtet wurde.

Die Vereinigungen der Tibeter im Exil weisen darauf hin, dass dieses nur die Spitze des Eisberges sein dürfte. China wende regelmässig grosse Geldmittel für systematische Spionage unter Exilgemeinschaften auf. Bereits vor 2 Jahren war in New Delhi und Schweden jeweils ein Spion verhaftet worden. Beide kundschafteten dort die tibetische Exilgemeinschaft aus.

New York Police Department, Medienmitteilung 21. September 2020, Radio Free Asia, 23. September 2020 // Dr. Uwe Meya

Foto: Pema Dhargyal Ngawang (undatiertes Foto Facebook)

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