Focus Tibet

Verbot religiöser Aktivitäten für frühere und aktuelle KP-Mitglieder

Ende September erliessen die Behörden in der nordtibetischen Präfektur Golog ein striktes Verbot aller religiösen Aktivitäten für frühere und gegenwärtige Mitglieder der Kommunistischen Partei. Im Bezirk Darlag wurden am 2. und 3. Oktober Wohnungen der Parteimitglieder auf Fotos des Dalai Lama durchsucht. Dazu wurde eine grosse Zahl von Informanten nach Darlag gesandt, die Parteimitglieder überwachen und die Missachtung der Verbote melden sollten. Verboten sind unter anderem das Umwandeln von religiösen Orten, das Tragen von Gebetsketten, der Gebrauch von digitalen Gebetsketten oder der Besitz anderer religiöser Objekte.

Diese Verbote sind ähnlich den Verhaltensregeln für Kader, die im Juli in der sogenannten «Autonomen Region Tibet» publiziert wurden. Darin wird in allen Details beschrieben, welche religiösen Handlungen untersagt sind, wie zum Beispiel das Tragen von religiösen Symbolen wie Amulette, das Dekorieren der eigenen Räume mit solchen, die Teilnahme an jeglichen religiösen Anlässen, die Reisen dorthin, oder Geldspenden an religiöse Organisationen. Ebenso müssen die Mitglieder Verwandte dazu anhalten, von religiösen Handlungen abzusehen. Einladungen an Mönche oder Nonnen für Zeremonien wie Hochzeiten oder Abdankungen bedürfen behördlicher Genehmigung.

Die politische Kommission, die für diese neuen Regeln verantwortlich ist, hatte im September in Beijing ihre sechste Tagung, und der Leiter, Guo Shengkun, erkärte, die Parteimitglieder müssten sich in führender Rolle für die Steigerung der Stringenz dieser Regeln einsetzen. Sie müssen bestehende Probleme in zentralen Punkten untersuchen, um «schwarze Schafe zu eliminieren» und «hartnäckige Krankheiten zu beseitigen».

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD), 1. Oktober 2021 // Dr. Uwe Meya

Foto: TCHRD

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