Focus Tibet

Neue Einheit in Nagqu überwacht Online-Aktivitäten

Das Büro für Öffentliche Sicherheit hat in der Region Nagqu im Norden Tibets eine neue Überwachungseinheit eingerichtet, die vor allem Online-Aktivitäten der dortigen Bevölkerung überwachen soll.

Die Einheit konzentriert sich auf die Überwachung von Parteikadern, Schriftstellern, Akademikern und anderen «besonderen» Personen, die unter dem Verdacht «illegaler Aktivitäten» stehen. Täglich werden ihre Telefongespräche und Mailkommunikation kontrolliert, dazu Einträge in sozialen Netzwerken und Chatgruppen. Dabei ist hochmoderne Technologie im Einsatz.

Die Präfekturen Nagqu und Driru sind seit langer Zeit ein Ziel der Behörden wegen ihrer anhaltenden politischen Proteste und Widerstände gegen behördliche Massnahmen. Intensiviert wurde die Überwachung nochmals seit einem Besuch des ehemaligen und des neuen Parteivorsitzenden der «Autonomen Region Tibet», Wu Yingjie und Wang Junzheng. Im Juni wurden in Driru mehrere Verhaftungen unter dem Vorwurf «illegaler» Telefongespräche mit dem Ausland gemeldet, und im August wurden insgesamt 110 Besucher eines Reitfestivals nach Durchsuchung ihrer Mobiltelefone verhaftet.

Central Tibetan Administration, 9. Dezember 2021 // Dr. Uwe Meya

Foto: Central Tibetan Administration

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