Pah-Lak: GewaltFreiheit TIBET

Theatertournee in Europa und Indien

In einem abgelegenen Dorf in Ost-Tibet lebt Deshar, eine selbstbewusste junge Frau, die sich für ein Leben als buddhistische Nonne entschieden hat. Als sich die Nonnen gegen angeordnete Umerziehungsmaßnahmen wehren, wird das Kloster auf Anordnung des chinesischen Polizeioffiziers Deng geschlossen. Deshar verliert ihr letztes Stückchen Freiheit. Das Gefühl von Machtlosigkeit angesichts permanenter Unterdrückung bringt sie zu dem Entschluss, sich selbst anzuzünden. „Pah-Lak“ erzählt eindringlich von der ausweglosen Situation der Tibeter*innen in ihrem Heimatland. Die Premiere von „Pah-Lak“ fand Anfang Oktober 2022 in Dharamsala (Indien) statt. Im Mai und Juni 2023 geht das Theaterstück auf Europa-Tournee.

Tourdaten Schweiz:

Theater Equilibre-Nuithonie:

24. Juni 2023

Theater Winterthur:

28. & 29. Juni 2023

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HINTERGRUND

„Pah-Lak“ ist ein Theaterstück über das heutige Tibet und die Zukunft der Gewaltlosigkeit. Es basiert auf der zentralen Frage: Ist Gewaltlosigkeit in der heutigen Welt, in der die meisten Revolutionen eine gewaltsame Wendung genommen haben, noch relevant?

Seit der Annexion Tibets 1950 kämpfen die Tibeter:innen um das Überleben der eigenen Identität, die von der chinesischen Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) systematisch ausgelöscht wird. Der 14. Dalai Lama plädiert seit 1974 für den beidseitig vorteilhaften „Mittleren Weg“, welcher die gewaltlose Klärung der Tibet-Situation durch die Anerkennung als echte autonome Region Chinas vorsieht. Das Streben nach vollständiger Unabhängigkeit ist dennoch in der tibetischen Gesellschaft tief verankert.

Das Stück „Pah-Lak“ gibt Einblick in die Hoffnungen und Sehnsüchte des tibetischen Volkes. Es thematisiert die Rolle des Buddhismus im Leben der Tibeter:innen und den Zwiespalt der Widerstandsbewegung, welche durch jahrzehntelange Unterdrückung, Diskriminierung und Marginalisierung entstanden ist.

„Pah-Lak“ bedeutet „Vater“ auf Tibetisch. Das Stück basiert auf intensiven Recherchen des Autors und renommierten indischen Dramatikers Abhishek Majumdar, die dieser zwischen 2013 und 2019 in Tibet und in Zusammenarbeit mit der tibetischen Gemeinschaft im Exil durchgeführt hat. In Tibet interviewte er Tibeter:innen und Chines:innen aus Lhasa, Shigatse, der Region Kham und Peking. Im Rahmen seiner Recherche traf er sich zudem mit dem 14. Dalai Lama in Dharamsala und stellte ihm das Projekt vor.

„Pah-Lak“ hatte seine englischsprachige Premiere am 3. April 2019 im Royal Court Theatre London – mit asiatisch gelesenen Schauspieler:innen, ohne Partizipation tibetischer Darsteller:innen. Der tibetische Regisseur und Leiter des Tibet Theatre Lhakpa Tsering, der deutsche Theaterregisseur Harry Fuhrmann und Dramatiker Abhishek Majumdar realisieren nun die Neuinszenierung von „Pah-Lak“ mit tibetischen Schauspieler:innen.

Das Stück soll in tibetischer Sprache aufgeführt und mit Untertiteln übersetzt werden. Dies bietet den tibetischen Schauspieler:innen einerseits die Möglichkeit, sich intensiv mit ihrer eigenen Sprache im Theaterkontext auseinanderzusetzen und soll andererseits den Zuschauer:innen den dringend benötigen Schutz der tibetischen Sprache vermitteln, die durch die Sinisierungsbestrebungen der chinesischen Regierung vom Aussterben bedroht ist.

Eine Koproduktion des Tibet Theatre mit dem Tibetan Institute of Performing Arts aus Dharamsala/Indien in Zusammenarbeit mit der Tibet Initiative Deutschland und der GSTF.

Mehr Informationen (und die Tourdaten in Deutschland) finden Sie auch auf der Webseite der Tibet Initiative Deutschland – hier.