Parlamentarische Freundschaftsgruppe Tibet (PGT): Erklärung anlässlich des 30. Jahres der Verschleppung von Gedhun Choekyi Nyima, des 11. Panchen Lama in Tibet durch die VR China

16. Mai 2025


Sicherheitskräfte der VR China verschleppten vor 30 Jahren den damals sechsjährigen Jungen Gendun Choeki Nyima mit seinen Eltern. Er war 1995 von hohen tibetischen Mönchen als Reinkarnation des 10. Panchen Lama identifiziert worden. Die kommunistischen Behörden der Volksrepublik China beschlossen
darauf, in Anwendung von nicht authentischen Verfahren und Fälschungen, Gyaltsen Norbu, einen gleichaltrigen Jungen, als offizielle Reinkarnation des Panchen Lama einzusetzen.
Seither wird der Verbleib des unterdessen 36-jährigen Gedhun Choekyi Nyima und seiner Familie von der VRC seit nunmehr drei Jahrzehnte geheim gehalten und auf alle Anfragen wird erklärt, dies geschehe „zum eigenen Schutz“. Stattdessen wird der von der VRC eingesetzte Gyaltsen Norbu regelmässig in Tibet unter massivem Einsatz von Polizei, Kader der kommunistischen Partei und lokaler Politprominenz vorgeführt und als gross angelegte PR-Aktionen gefeiert.
Nicolas Walder, Co-Präsident der PG Tibet erklärt: «Die Ziele der VRC sind offensichtlich: Durch diese massiven Propaganda-Shows mit dem «offiziellen» Panchen Lama, wollen die kommunistischen Behörden der VRC eine Pseudo-Religionsfreiheit in Tibet demonstrieren.» Als eigentliches Ziel bereitet die VRC durch strikte Kontrollen der Reinkarnationen von tibetischen buddhistischen Persönlichkeiten den Weg für die zukünftige Ernennung des Nachfolgers S.H. des 14. Dalai Lama nach den Regeln der VR China vor.
Dalai Lama und Panchen Lama geniessen im tibetischen Volk ausserordentliches Ansehen und religiöse Autorität. Durch beide Persönlichkeiten wurde auch der gegenseitige Prozess der Auswahl und Betreuung der sich folgenden Reinkarnationen beeinflusst. «Dass sich der chinesische Staat in diesen religiösen Prozess hineindrängt, ist eine unzulässige Unterdrückung der Religionsfreiheit,» erklärt Fabian Molina, Co-Präsident der PGT.
Die PG Tibet appelliert an die Verantwortlichen der VR China, dass er bei den Behörden der VR China darauf drängt, Gedhun Choekyi Nyima und seine Familie sofort freizulassen.
dass sie über den Verbleib von Gendun Choeki Nyima mit seinen Eltern berichten

dass sie sich aus dem Findungs-Prozess von buddhistischen Reinkarnationen heraushalten

dass sie den Tibetern und Tibeterinnen in Tibet ihre vollen kulturellen Rechte auf freie Religionsausübung, und Bildung in tibetischer Sprache gewährleisten.
An den Schweizer Bundesrat appelliert die PG Tibet,

dass er bei jedem Kontakt mit Vertretungen der Volksrepublik China die freie Ausübung der fundamentalen Menschenrechte nach internationalen Standards einfordert, denen auch die VR China verpflichtet ist.

dass das Präsidium des UN-Menschenrechtsrates genutzt wird, um den Einfluss der schweizerischen Menschenrechtspolitik, die in der Schweizer Verfassung verankert ist, auch zu klaren Verurteilungen von Verletzungen der Menschenrechts-Standards durch die VR China führt.

dass er im Besondern die VR China auffordert, die massiven Menschenrechtsverletzungen an tibetischen Buddhisten und ihren religiösen Führungspersönlichkeiten, wie unter anderem gewaltsames Verschwindenlassen, Verhaftungen, körperliche Misshandlung und längere Inhaftierung von Mönchen,
Nonnen und anderen Personen ohne Gerichtsverfahren aufgrund der Ausübung ihrer Religion sofort zu beenden.

Im Namen der PG Tibet
Co-Präsidentin Ständerätin Tiana Moser
Co-Präsident Nationalrat Nik Gugger
Co-Präsident Nationalrat Fabian Molina
Co-Präsident Nationalrat Nicolas Walder
Vize-Präsidentin Ständerätin Maya Graf