Section Suisse romande

Sektion romande

Willkommens-Tashi Delek für die Section romande !

Die GSTF/SAST als basisdemokratische Organisation, bezieht ihre Einsatzkraft für Tibet und das tibetische Volk zu grossen Teilen aus den vielfältigen Aktivitäten ihrer Sektionen! Bis heute sind sechs Sektionen in der Ost-, Zentral-, Nordwestschweiz, in Zürich, Bern und im Mittelland aktiv. Vor Jahren ist ein zartes Sektionspflänzchen auf der Sprachgrenze in Biel gewachsen, das sich dann aber in die deutschsprachige Sektion Mittelland verwandelt hat.

Umso glücklicher und zufriedener, und auch etwas stolz, kann sich der GSTF/SAST-Vorstand fühlen, dass sich nach 35 Jahren GSTF/SAST nun eine Section Romande in einer beeindruckenden Dynamik entwickelt hat. Nicht einfach an einem Ort – nein: Die Sektions-Aktivistinnen und Aktivisten um René Longet und Tenzin Wangmo präsentieren die neue Section Romande mit drei lokalen Ortsgruppen Genf, Lausanne und Yverdon. Danke euch allen!

Die GSTF/SAST kann so einen wirklich grossen Schritt in die welsche Schweiz machen und ihre Wirkkraft dank vieler neuen Mitglieder in der Section Romande für Tibet verstärken. Wir lassen uns von der Dynamik der jungen Sektion gerne anstecken und heissen alle neuen Unterstützerinnen und Unterstützer aus der Suisse Romande in der GSTF/SAST mit einem herzlichen Tashi Delek willkommen!

Thomas Büchli, Präsident GSTF/SAST

 

GSTF im ganzen Land präsent: Gründung der Sektion Westschweiz

Co-Leitung Sektion romande: René Longet, Tenzin Wangmo Frapolli Solidaritätsaktivitäten mit Tibet existieren insbesondere im Raum Lausanne und Genf bereits seit den 80er-Jahren. Obwohl nur ungefähr 10% der Tibeterinnen und Tibeter der Schweiz in der Romandie leben, sind diese in enger Zusammenarbeit mit den Solidaritätsgruppen immer schon aktiv gewesen.
Die Präsenz der UNO in Genf und die des Tibet-Büros, der offiziellen Vertretung der Tibeter Exilregierung bei den Vereinten Nationen, erklärt, warum viele internationale Solidaritätsaktivitäten in dieser Stadt stattfinden. So kommen zweimal jährlich Tibeter/-innen aus der ganzen Schweiz zusammen, um vor dem UNO-Gebäude für eine faire Lösung der Tibetfrage zu demonstrieren: zum 10. März (Gedenktag des tibetischen Volksaufstandes) und 10. Dezember (Tag der Menschenrechte). Zu diesen tibetischen Grossanlässen sprechen oftmals Kantons- oder Bundesparlamentarier oder auch andere bekannte Personen.

Auch im Kantonsparlament Genf gab es Interventionen zugunsten Tibets. So wurde in den 90er-Jahren eine Motion des damaligen Kantonsrats und aktiven Tibet-Unterstützers Régis de Battista gutgeheissen. Aber nicht ohne die uns nur zu gut bekannten Hinweise seitens gewisser Ratskollegen, dass man das grosse China nicht provozieren und die sich abzeichnenden Handelsperspektiven nicht gefährden sollte. Wie im Bundesbern hat die kantonale Exekutive sehr grosse Hemmungen, sich mit Tibet zu solidarisieren.

Als Nationalrat in den 80er-Jahren hat René mitgeholfen, die Parlamentarische Freundschaftsgruppe mit Tibet auf die Beine zu stellen. Wir haben damals die chinesische Botschaft in Bern besucht und um Aufklärung gebeten, welche Art Autonomiestatus die sogenannte Autonome Region Tibet besitze. Darauf haben wir
leider nie eine Antwort erhalten… 2009, als Stadtpräsident von Onex, hat dann René Sonam Monkhar, Mitglied des Tibetischen Exilparlaments, zur 1. August-Feier eingeladen und vor den ungefähr 1000 Anwesenden eine ausführliche Ansprache über die Lage Tibets gehalten. Auch hat er veranlasst, dass die Nationalflagge Tibets in Onex weht; sie ist dort heute noch zu sehen.
In den 90er-Jahren waren in Genf verschiedene Solidaritätsgruppen aktiv, auch mit spektakulären Aktionen wie einer symbolischen Besetzung der chinesischen UNO-Vertretung in Genf.

Diverse Veranstaltungen, Petitionen und andere Aktivitäten wurden von den Vereinen «Porte du Tibet» und «Comité de soutien au peuple tibétain» in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Tibetersektion sowie den tibetischen Unterzeichneten ausgeführt, insbesondere im Genfer Salon du Livre und anlässlich für Tibet relevanten Ereignissen.
Das Interesse für den Vajrayana-Buddhismus und die tibetische Kultur war auch schon immer in der Westschweiz da, gefördert durch von Völkerkundemuseen und anderen ethnographischen Einrichtungen organisierte Ausstellungen und Aktivitäten. Als aktives Mitglied der Tibetsektionen in der Westschweiz engagiert sich Tenzin seit 1990 stark nicht nur bei den Tibetaktionen in Genf und Lausanne, sondern auch in der Kulturerhaltung. Sie ist Erzählerin und Autorin (Herausgeberin) tibetischer Sagen und Legenden und wird regelmässig in verschiedenen europäischen Städten zu Auftritten eingeladen. Eine wichtige Bezugsperson in der Romandie war die 2010 verstorbene Journalistin und Autorin Claude Levenson.

Mit der Zeit verloren dann die Solidaritätsgruppen an Dynamik. Eine wichtige Veranstaltung ist jedoch das tibetische Neujahrsfest mit einem anspruchsvollen und hochstehenden Kulturprogramm in Bernex bei Genf. Diese Gemeinde hat übrigens einen Park «Place du Tibet» getauft; dort steht auch eine Stupa.
Seit 2010 gibt es ein ebenbürtiges Neujahrsfest der Tibetsektion von Lausanne, an dem immer mehr Schweizer Gäste teilnehmen und das mehrere hundert Personen versammelt.
In diesem Kontext war es uns beiden unabhängig voneinander ein Anliegen, die Einzelpersonen, die mit Tibet sympathisieren, zusammenzubringen und die Vernetzung mit der Tibetergemeinschaft zu optimieren. Eine Vorbereitungssitzung für das europäische reffen in Genf am 10. März 2018, an der Thomas Büchli teilnahm, und das Losar-Fest 2018 in Bernex, wo José Amrein-Murer die GSTF vorstellen konnte, waren dann Anlass, die Idee einer Westschweizer Sektion der GSTF zu lancieren und Adressen interessierter Personen zu sammeln.
Anfang Juni war es soweit: Zu den bestehenden 25 Westschweizer Mitgliedern der GSTF gesellten sich 50 Interessenten, und ein gutes Drittel dieser Personen ist dann auch zur Gründungsversammlung in Nyon (VD) erschienen. Thomas und José
erklärten Zielsetzungen, Aktivitäten und Organisation der GSTF/SAST und eine Koordinationsgruppe der Sektion Westschweiz wurde bestimmt. Wir freuen uns sehr, dass wir hier langjährig engagierte und erfahrene Tibetaktivisten sowie ausgezeichnete Fachkompetenz in komplementären Gebieten vereinen. Wir können sogar auf die wertvolle Unterstützung eines nahen französischen Solidaritätsvereins zählen. Die GSTF/SAST konnte in der Folge bereits gegen 20 Neumitglieder verzeichnen.
Am 6. Juli traf sich die Koordinationsgruppe zur konstituierenden Sitzung und es herrschte eine motivierte und hoffnungsfrohe Aufbruchstimmung am Tisch. Aus arbeitstechnischen Gründen kristallisierten sich gleich drei erste lokale Gruppen heraus: Raum Genf, Yverdon und Lausanne mit jeweils einer Koordinationsperson, die eng mit den lokalen Tibetern zusammenarbeiten wird.
Vernetztes Denken und Handeln im Dienst für die tibetische Sache ist uns sehr wichtig. Wir hoffen, dass weitere Gruppen dazukommen werden. Unsere französische Bezeichnung löste Diskussionen aus und wir haben uns vorerst auf SAST, Société dʼamitié Suisse-Tibétaine verständigen können.
Unsere erste Aufgabe ist konkret die Mitgliederwerbung, um eine genügend breit abgestützte Basis zu bilden und uns weiteren Kreisen vorstellen zu können. Diesbezüglich findet am 29. September 2018 ein «Westschweizer Aktionstag für Tibet» statt.
Es wird in verschiedenen Städten an Tibetständen für unsere Solidaritätsaktionen
geworben und so die GSTF/SAST-Aktivitäten publikumswirksam lanciert. Unsere zweite geplante Aktion wird dann Ende Jahr ein Schreiben an alle 900 Westschweizer Gemeinden sein, damit möglichst viele die tibetische Nationalflagge an sichtbaren Orten aufhängen. Es gab aber schon vorher vereinzelt diesbezüglich engagierte Gemeinden. Bis dahin werden die GSTF/SAST-Webseite und das Magazin «tibetfocus» auch mit französischen Texten erscheinen. Wir freuen uns, die solide und langjährig erfahrene GSTF nun im französischen Sprachraum vertreten und deren nationale Aktivitäten in der Romandie lokal erweitern zu dürfen.