MEDIENMITTEILUNG
Zürich, 03. Juli 2026
Die unterzeichnenden Tibet-Organisationen haben mit grosser Betroffenheit von Medienberichten Kenntnis genommen, wonach ein tibetischer Aktivist am 2. Juli 2026 nach einer Protestaktion vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York verstorben ist.
Gemäss übereinstimmenden Berichten* verschiedener Medien handelt es sich um den 52-jährigen Lobga Rangzen, der seit rund zwanzig Jahren in den USA lebte. Mit seiner Protestaktion wollte er auf die Situation in
Tibet und die anhaltende chinesische Herrschaft aufmerksam machen. Medienberichten zufolge trug er traditionelle tibetische Kleidung und eine tibetische Flagge, verteilte Flugblätter mit der Aufschrift «China Out of Tibet» und veröffentlichte vor der Aktion eine Live-Botschaft in den sozialen Medien. Am Ort des Geschehens soll zudem ein Schild mit der Aufschrift «China raus aus Tibet» gefunden worden sein.
Nach Angaben der berichtenden Medien griffen Rettungskräfte umgehend ein. Der Aktivist erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Die Berichte erscheinen kurz nach dem Inkrafttreten eines neuen chinesischen Gesetzes zur «ethnischen Einheit», das auch von unseren Organisationen und von Menschenrechtsorganisationen als weiterer Eingriff in die kulturelle und religiöse Identität der Tibeterinnen und Tibeter kritisiert wird.
Seit 2009 haben sich mindestens 159 Tibeterinnen und Tibeter aus Protest gegen die chinesische Politik in Tibet selbst und weitere 10 in andern Ländern verbrannt (davon ein Opfer in der Schweiz). Diese tragischen Ereignisse machen deutlich, wie gross die Verzweiflung vieler Tibeterinnen und Tibeter angesichts der anhaltenden Repressionen ist.
Unsere Organisationen verfolgen die Entwicklungen mit grosser Sorge. Sie appellieren an die internationale Gemeinschaft, die Menschenrechtslage in Tibet weiterhin aufmerksam zu beobachten und sich konsequent für die Achtung der grundlegenden Menschenrechte, der Religionsfreiheit sowie der kulturellen Identität des tibetischen
Volkes einzusetzen.
Diese Erklärung wurde gemeinsam von folgenden tibetischen Organisationen in der Schweiz verfasst:
– Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein TGSL
– Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft GSTF
– Tibetische Frauenorganisation in der Schweiz TFOS
– Verein Tibeter Jugend in Europa, VTJE
Medienkontakt:
Thomas Büchli, Präsident der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF)
078 8470984 thomas.buechli@gstf.org
* Hinweis: Diese Medienmitteilung stützt sich auf übereinstimmende Berichte internationaler Medien (u.a. Reuters). Eine unabhängige Überprüfung sämtlicher Details durch die unsere Organisationen liegt nicht vor.
- Pdf: Medienmitteilung
- Flyer: Mahnwache