Lamtön – Engagement für tibetische Flüchtlinge

In der Schweiz leben etwa 2000 tibetische Flüchtlinge in prekären Situationen. Unter ihnen ca. 600 mit einem ablehnenden Asylentscheid. Das Engagement für sie ist eine dringende Notwendigkeit aus humanitären und buddhistischen Gründen. Dem GSTF-Vorstand ist es deswegen ein wichtiges Anliegen, dass sich eine wachsende Zahl von Mitgliedern der GSTF und anderer Tibetorganisationen für die Begleitung und die Integration von tibetischen Flüchtlingen engagiert. Er freut sich, dass diese Tätigkeit in enger Zusammenarbeit mit der Tibetischen Frauenorganisation in der Schweiz (TFOS), mit Shenpen, ‘Anlaufstelle von Tibetern für Tibeter’, vom Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) und der Tibeter Gemeinschaft in Schweiz & Liechtenstein (TGSL) geschieht. Ebenso erweist sich der Kontakt mit schweizerischen Flüchtlingsorganisationen, insbesondere der Sans-Papiers-Stellen, als sehr hilfreich.

Die Ausführungen auf diesen Seiten wollen zu diesem Engagement ermutigen und es unterstützen. José Amrein-Murer und Lhawang Ngorkhangsar, Verantwortliche für den Lamtön-Bereich der GSTF, sind dafür auch zu Besuchen in den Sektionen bereit.

Inhaltsverzeichnis:
Ziele»
Aktivitäten»
Marktplatz»
Erfahrungsaustausch»
Links»

Alle Aktivitäten der GSTF im Asylbereich laufen  unter der Bezeichnung ‚Lamtön‘ (tibetisch für ‚Wegweiser‘). Helfen Sie uns helfen. Ihre Spenden für Lamtön werden vollumfänglich zugunsten der tibetischen Asylsuchenden eingesetzt und mit Rechenschaftsberichten in unserem Vereinsmagazin tibetfocus und im Jahresbericht belegt.

Ziele

Das Lamtön-Engagement bietet die hervorragende Möglichkeit, gleichzeitig verschiedene Ziele anzustreben, die für die GSTF alle von Bedeutung sind:

1) An erster Stelle steht natürlich die Unterstützung tibetischer Flüchtlinge, besonders der Abgewiesenen und unter ihnen der UMAs (Unbegleitete minderjährige Asylbewerber).
2) Ein Engagement, das Befriedigung schenkt. Vgl. Dalai Lama: Nur Karuna (engagiertes Mitleid) macht glücklich. Anzustreben ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es gibt viel zu lernen von den Flüchtlingen, insbesondere von ihrem oft sehr eindrücklichen Umgang mit dieser schweren Lebenssituation.
3) Das gemeinsame Handeln ermöglicht und vertieft Begegnungen zwischen Schweizer/-innen und Tibeter/-innen, was nach den Statuten für die GSTF ein besonders wichtiges Anliegen ist.
4) Das Lamtön-Engagement fördert die Zusammenarbeit von tibetischen und schweizerischen Organisationen vor Ort und auf der Ebene Deutschschweiz, was unter anderem den Bekanntheitsgrad der GSTF erhöht.
5) Da es eine hohe Bereitschaft zum freiwilligen Engagement für Flüchtlinge gibt, bietet das Lamtön-Engagement die Möglichkeit, neue Freundinnen und Freunde

Lamtoen_Ziele.pdf

Aktivitäten

A) Verschiedene Förderungsmöglichkeiten in der deutschen Sprache
Kursart 1: Konversationskurs / Deutsch-Kaffee

Beschreibung: Im Konversationskurs/ Deutsch-Kaffee trainieren die Teilnehmer gezielt das Sprechen und die aktive Teilnahme an Diskussionen. Sie werden sich flüssiger auf Deutsch ausdrücken können und lernen neue Vokabeln, Phrasen und Redewendungen. Es werden verschiedenste Themen aus dem Alltags- und Berufsleben behandelt.

Anzahl Teilnehmende: 3-4 Teilnehmer. Durch eine kleine Gruppengröße kann auf die Interessen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen besser eingegangen werden.

Kursleitung: Fliessend deutschsprechende Helfer/-innen für 1x pro Woche.

Wo: Beim Kursleiter zuhause. (Oder an einem andern geeigneten Ort.)

Kursart 2: Deutsch lernen im Alltag

Dieses „Angebot“ ist vor allem für Kinder/Jugendliche sehr geeignet, kann aber auch gut für Erwachsenen eingesetzt werden.Beschreibung: Im „Deutsch lernen im Alltag“ wird dem tibetischen Flüchtling eine Patin oder ein Pate zugewiesen mit der oder dem alltägliche Dinge wie Einkaufen, z‘Nacht kochen, Spaziergänge unternommen werden.

Anzahl Teilnehmende: 1 Pate, 1 Patin für 1 Kind/Jugendliche/Erwachsene.

Patin/Pate: Fliessend deutschsprechend und flexibel.

Wo: Unterwegs

Kursart 3: Tandemkurs

Beschreibung: Beim Tandemlernen arbeiten ein Deutschsprechender und ein Tibetischsprechender zusammen, um gemeinsam ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. auch den Austausch von kulturellen Erfahrungen. Beide Partner/innen Verantwortung für den Lernprozess übernehmen. Die Lernenden selbst legen die Lernziele, Lernstrategien, Inhalte und den Zeitrahmen fest.

Leitung:  Gegenseitig

Anzahl Teilnehmende: 2

Wo: Wird bilateral abgeklärt.

Kursart 4: Einstiegskurs als Vorbereitung für einen offiziellen Deutschkurs

Anzahl Teilnehmende: Bis zu 12 Teilnehmerinnen und TeilnehmerBeschreibung: Für Teilnehmer, die einen kostenpflichtigen Deutschkurs absolvieren möchten und für eine optimale Vorbereitung einen Vorkurs zur „Aufwärmung“ besuchen möchten.

Kursleitung: Fliessend deutschsprechende, freiwillige Helfer für 1x oder mehr pro Woche.

Wo: An verschiedenen Orten in der Schweiz/ GSTF Büro/VTJE Büro/ günstige Räumlichkeiten

Kursart 5: Lesegruppe

Anzahl Teilnehmer:  7- 10 TeilnehmendeBeschreibung: Die Teilnehmende treffen sich wöchentlich oder vierzehntäglich und lesen gemeinsam ein leicht zu verstehendes Buch und tauschen anschliessend darüber aus. Es eignen sich dafür besonders Bücher für Kinder.

Kursleitung: Fliessend deutschsprechende, freiwillige Helfer/-in

Wo: Wird von dem Kursleiter zusammen mit der Gruppe entschieden.

Empfehlenswertes Schulungsmaterial für verschiedene Kursformen:   Susanne Büchler-Dreszig, Patrizia Willi-Widrig, Vorstufe Deutsch, Lehr- und Arbeitsbuch für fremdsprachige Erwachsene, Büchler-Verlag Widnau, info@buechler-verlag.ch

B) Weitere Aktivitäten

– Unterstützung und Begleitung für Gänge auf Ämter, Botschaften und Konsulate.
– Beratung bei unterschiedlichsten Lebensfragen (Gesundheit, Arbeit, Ausbildung).
– Organisation von Feiern, Festen, Ausflügen, zu denen vielleicht auch weitere Interessierte eingeladen werden
– Organisation von Informations- und Bildungsveranstaltungen für Interessierte

Marktplatz

Angesichts der prekären Lebensbedingungen von vielen tibetischen Flüchtlingen bieten wir hier – wie auch in unserer Zeitschrift Tibetfocus – einen Marktplatz für Wohnung und Arbeit/Beschäftigung an. In kurzen Texten von maximal 300 Zeichen können Flüchtlinge ab 18 Jahren mit Status N (Bedingung: Voraussetzungen für Arbeitsaufnahme erfüllt), F oder B  ihre Wohn- und Arbeitsbedürfnisse unter Angabe von Name, Wohnort und Kontaktmöglichkeit (Telefonnummer, resp. Email-Adresse) einsenden. In Bezug auf die Arbeit ist es sinnvoll, besondere Fähigkeiten, insbesondere Sprachkenntnisse hervorzuheben.

Personen, die eine Wohnmöglichkeit oder Arbeit anbieten können, tun dies in derselben Kürze und mit denselben Angaben. Die Texte sind zu senden an José Amrein-Murer: lamtoen@gstf.org.  Die Kontaktaufnahme zwischen den Anbietenden und den Nachfragenden geschieht jeweils auf eigene Initiative und direkt. In der Hoffnung mit dieser Initiative einen kleinen Beitrag zu vermehrter Solidarität mit tibetischen Flüchtlingen zu bieten, freut sich der Vorstand des GSTF auf eine rege Teilnahme.

Hier zum Marktplatz »

Erfahrungsaustausch

Kaum etwas unterstützt ein Engagement so fruchtbar wie der Austausch von Erfahrungen. Deswegen laden wir Sie ein, uns Erfahrungen, die Sie mit tibetischen Flüchtlingen gemacht haben oder zurzeit machen, zuzusenden, damit wir sie hier publizieren. Und Sie wissen ja, je lebendiger und kürzer Texte sind, umso mehr werden sie gelesen.

Links

 

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